Pflegewohnhaus Donaustadt

Pflegewohnhaus Donaustadt setzt höchste Qualitätsstandards

Architekt: ARGE Delugan Meissl / Associated Architects / Vasko + Partner Ingenieure ZT GmbH
Jahr: 2015
Bildrechte: Herta Hurnaus
Homepage: www.dmaa.at

Delugan Meissl Associated Architects zeichnen gemeinsam mit Vasko + Partner Ingenieure für Neu- und Umbaupläne verantwortlich

Um modernen gesellschaftlichen Anforderungen zu entsprechen, hat sich der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) für eine Generalsanierung und bauliche Erweiterung des bestehenden Geriatriezentrums in der Donaustadt entschlossen. Zudem wurde die Neuerrichtung eines Zentrums für Langzeitbeatmete und Wachkomapatientinnen bzw. -patienten geplant. „Den zu diesem Zweck EU-weit ausgeschriebenen Realisierungswettbewerb konnte das Wiener Büro Delugan Meissl Associated Architects einstimmig für sich entscheiden“, betonte der Juryvorsitzende, Architekt Helmut Wimmer.
Die Gewinner setzten sich gegen 24 internationale Bewerberteams durch. Dr. Roland Paukner, Direktor der Wohn- und Pflegehäuser der Stadt Wien, meinte nach dem Wettbewerbsentscheid anno 2009: „Gewonnen hat ein architektonisch und funktionell höchst interessanter und innovativer Entwurf, dessen Umsetzung einen neuen Qualitätsstandard für alle Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Geriatriezentrum Donaustadt nach sich ziehen wird.“
Klarheit, Offenheit, Gediegenheit und Urbanität stehen bei der modernen Architektur des Pflegewohnheims Donaustadt im Fokus. Für die Bewohnerinnen und Bewohner wurde ein Lebensraum geschaffen, der als Bindeglied zwischen Geriatrie-Alltag und urbanem Stadtleben fungiert. Das Altersheim mit der steril-kalten Atmosphäre einer medizinischen Anstalt hat also längst ausgedient. Moderne Pflegeeinrichtungen, wie jene in der Donaustadt, werden als attraktive und lebendige Wohnhäuser konzipiert – und dementsprechend funktioniert auch ihre Architektur: Grünzonen, Loggiabereiche, Sphären für Geselligkeit und Privatheit wechseln einander ab. „Es geht um Architektur, die Identität stiften soll“, erklären die Architekten vom Team Delugan Meissl Associated Architects.
Dazu zählt auch, dass äußere Merkmale und Aspekte im Inneren des Gebäudes ihre Entsprechung finden, beispielsweise durch die konsequente Wahl natürlicher, größtenteils regionaltypischer Materialien.
Die Anordnung von teils mobilen Elementen aus Holz, Glas und Textil, mit denen nahe der Fassade – und damit in einem lichtdurchfluteten, hellen Bereich – kommunikative Loggien gebildet werden können, stellen einerseits eine willkommene, höchst effiziente Möglichkeit dar, Energiekosten zu optimieren, andererseits trägt die individuelle Nutzung dieser Räume zu einer sichtbaren Belebung der ansonsten eher förmlich-stringent gehaltenen Fassade bei. Variable Freiräume, bestehend aus Terrassen und Gärten mit entsprechender Outdoor-Möblierung und ein Wegenetz unterstützen das architektonische Konzept, die Bewohnerinnen und Bewohner zur tätigen Beschäftigung anzuregen.

Fassade als Gesicht der Architektur

Die Fassade spielt als „Gesicht“ der Architektur sowie in Bezug auf diverse Parameter – oben bereits erwähnt der Bereich Energie – eine entscheidende Rolle. Geschäftsführer Walter Wiedenbauer vom Fassadenbauer Sto: „Wir setzen seit vielen Jahren auf hochwertige Fassadenlösungen, die individuelle, moderne und ausgefallene Architektur überhaupt erst möglich machen. Bei der vorgehängten, hinterlüfteten Fassade mit fugenloser Optik des Geriatriezentrums Donaustadt kam das bewährte System StoVentec R mit der Farbe StoColor Lotusan mit Lotus-Effect® zum Einsatz.“

Fertigstellung und Eröffnung

Das neue Pflegewohnhaus wurde Ende 2014 fertiggestellt und im Frühjahr 2015 eröffnet. Das sanierte und erweiterte Ensemble bietet Platz für 328 Bewohnerinnen und Bewohner. Durch die Errichtung eines eigenen Zubaus konnten 90 Plätze für Patienten mit Lungenerkrankungen und Langzeitbeatmung sowie für Wachkomabetreuung geschaffen werden. Durch die Baumaßnahmen stehen nun auch Rückzugsbereiche für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren Angehörige zur Verfügung.

Fakten

Adresse

Langobardenstraße 122

A-1220 Wien

Fläche

Bruttogeschoßfl.: 44.136 m2

Nettogeschoßfl.: 26.271 m2

Raumvolumen: 162.125 m3

Betreuungsplätze: 328 + 90

Architektur

ARGE Delugan Meissl

Associated Architects

Vasko + Partner Ingenieure ZT GmbH

Chronologie

Wettbewerb: 2009

Baubeginn: 12 / 2011

Eröffnung: 12. März 2015

Projektpartner

Marina Tower
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