Smart Campus

Neue Zentrale der Wiener Netze

Architekt: Holzbauer & Partner ZT-GmbH
Bauherr: Wiener Netze GmbH
Bildrechte: Christian Houdek / Wiener Netze, Walter Oberbramberger / M.O.O.CON, WN / Ergoconcept Enegeneering GmbH

… und weltweit eines der größten Niedrigstenergiehäuser mit passivhausnaher Bauweise

Nach dem Motto „Alle unter einem Dach“ bündeln die Wiener Netze, die rund um die Uhr Energie zu 2,1 Millionen Abnehmern in und um Wien leiten, ihre Kräfte in Wien Simmering am Campus Wiener Netze, dem ehemaligen Gelände des „Gaswerks Simmering“. Die feierliche Eröffnung der neuen Unternehmenszentrale von Österreichs größtem Kombinetzbetreiber erfolgte im September 2016.
Im Smart Campus verschmelzen Betrieb und Verwaltung beispielgebend: 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Büroarbeitsplätze sowie Werkstätten, das Lager und die Steuerzentralen für Strom, Gas und Fernwärme sind auf rund 96.000 m2 Bruttogeschoßfläche untergebracht. Der Energiebedarf wird mit Hilfe von Photovoltaikanlagen, Grundwassernutzung und Solarthermie nahezu gänzlich selbst erzeugt. Der Smart Campus ist damit eines der derzeit größten Gebäude nach Niedrigstenergiestandard mit passivhausnaher Bauweise weltweit.
„Der neue Standort bietet den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Wiener Netze neben einer topmodernen Ausstattung eine umweltfreundliche, energiesparende Funktionsweise, wodurch wir zukünftigen technologischen Herausforderungen gewachsen sind. Im Sinne der Smart-City-Rahmenstrategie ist Energieeffizienz hier gelebte Realität“, so Peter Weinelt, Vorstandsdirektor der Wiener Stadtwerke.

Innovationen, die sich lohnen

Die neue Zentrale der Wiener Netze ist kein Neubau, wie jeder andere. „Wir haben eine riesige Photovoltaikanlage, die ein Viertel eines Fußballfelds groß ist und eine Leistung von 350.000 kWh/(a) liefert. Wir nutzen Solarthermie und das Grundwasser“, erklärt Gerhard Fida, Geschäftsführer der Wiener Netze. Die nachhaltige Bauweise wird auch durch das ÖGNI-Vorzertifikat in Gold belegt.
Investiert wurde dabei ausschließlich in Innovationen, die sich auch lohnen. Mittels Lebenszykluskostenberechnung können die Investitions- und Folgekosten, wie zum Beispiel Wartung, Instandhaltung, Erneuerung, Energie- und Verbrauchskosten und vieles mehr langfristig dargestellt werden. Das macht Sinn: So ist eine teurere Dämmung eine kluge einmalige Investition, wenn dadurch im laufenden Betrieb kaum Heizkosten anfallen. Ein weiteres Beispiel: Wassersparende Armaturen sorgen beim Wasserverbrauch und bei der Warmwasseraufbereitung für niedrige Dauerkosten.

Architektonisches Konzept

Der Entwurf des Architekturbüros Holzbauer & Partner, der 2011 als Sieger eines entsprechenden Wettbewerbs ermittelt wurde, basiert auf dem Konzept eines zusammenhängenden Gebäudekomplexes mit einer horizontalen Schichtung der Funktionsbereiche Betrieb und Verwaltung. Die Betriebsfunktionen finden sich in einem zweigeschoßigen Sockel zusammengefasst, die Verwaltung wurde als maßstäblicher Campus auf den begrünten Dachflächen der Werkshallen situiert. Wesentliches Funktions- und Gestaltungselement ist eine lineare Erschließungs- und Kommunikationsachse. Dieses von Ost nach West verlaufende „Rückgrat“ hat die Funktion einer Magistrale, an der sämtliche Funktionen des Gebäudekomplexes andocken, durchsetzt mit mehrgeschoßigen, begrünten Innenhöfen. Dadurch wird eine Clusterbildung von einzelnen Funktionen vermieden und alle Bereiche können als gleichwertig im Bezug auf Lage und Erschließung gelten. Großzüge Lufträume sorgen für natürliche Belichtung der gesamten Erschließungs- und Kernzone und fördern die Kommunikation. Die einfache lineare Ausrichtung bietet eine optimale Orientierung in einer an sich komplexen An-lage. Die Auflistung der Funktionseinheiten der einzelnen Geschoße unterstreicht diese Komplexität. Das Untergeschoß beinhaltet die Garagen, Haustechnikbereiche, Archive und Umkleiden. Im Erdgeschoss befinden sich der Hauptzugang mit Vorbereich, der repräsentative Mitarbeitereingang, das dreigeschoßige Hauptzentrallager mit den angedockten Netzeinheiten, die Werkstätten, die Garagen und ein Teil des Störungsdienstes, das Trafoprüffeld sowie Depots und Lager. Das 1. Obergeschoß beherbergt Prüfbereiche, Büros, Seminar- und Veranstaltungsräume sowie Monteurs- und Lehrlingsbereiche.
Zwei bzw. drei weitere Obergeschoße folgen dem Prinzip einer kammartigen Anordnung und sind in ihren Funktionen als Büro- und Verwaltungseinheiten angelegt.

Neun Monate bis zur Dachgleiche

Lediglich neun Monate nach der Grundstein-legung konnte auf der Smart Campus-Baustelle am 25. Juni 2015 Dachgleiche gefeiert werden. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden in etwa 82.000 Kubikmeter Beton und 10.000 Tonnen Stahl verbaut.
Rund 270.000 Tonnen Aushubmaterial fielen auf der rund 350 Meter langen Baustelle an. Schon in der Planungsphase wurde hier eine alternative Möglichkeit des Abtransports gesucht – und gefunden, liegt das Gelände der Wiener Netze doch direkt an der Ostbahn. Dieser glückliche Umstand wurde genutzt, um einen großen Teil des Aushubs über Schiene abzutransportieren. Clever und umweltfreundlich zugleich, denn so konnte der Ausstoß von rund 55 Tonnen CO2 und einer halben Tonne Stickoxide vermieden werden. Auch die Anrainer wurden geschont: 6.000 eingesparte LKW-Fahrten verringerten in den angrenzenden Wohn-siedlungen die Lärm- und Staubbelastung in einem beträchtlichen Ausmaß.

Mobilität und mehr

Im Rahmen des Gesamtprojekts Smart Campus wird auch dem Thema Mobilität ein überdurchschnittliches Maß an Beachtung geschenkt. Ein entsprechendes Mobilitätskonzept betont die hervorragende Anbindung an den öffentlichen Verkehr (U3-Station Gasometer), und die Autobahnanbindung optimiert den internen Betriebsverkehr sowie die An- und Ablieferungen. Es besteht auch eine gute Anbindung an das Radwegenetz. Deshalb werden den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Fahrradabstellplätze sowie Umkleidemöglichkeiten mit Duschen angeboten.
Die Nutzung von E-Autos, Erdgasautos und E-Bikes wird durch entsprechende Infrastruktur direkt am Campus – beispielsweise Ladestationen – ermöglicht.

Fakten


Adresse

Nussbaumallee

A-1110 Wien

Flächen & Mengen

BGF: 96.000 m2

Energiebezugsfl.: 35.000 m2

Aushub: 270.000 t

Stahl: 10.000 t

Beton: 82.000 m3

Arbeitsplätze: ca. 1.400

Architektur

Holzbauer & Partner ZT-GmbH

Chronologie

Wettbewerb: 2011

Baubeginn: 2014

Dachgleiche: 06 / 2015

Inbetriebnahme: 2016

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